GESCHICHTE

Nach mehreren Vorgängerbauten dürfte der gotische Dom bald nach 1260 begonnen worden sein. Ein vorläufiger Abschluß ist mit dem Jahr 1520 anzusetzen. Von 1859-1872 erfolgte erst der Ausbau der Turmhelme und der Querhausgiebel. Die letzte große Innenrenovierung fand von 1985-1988 statt. Der Dom zeigt nun wieder ein freundliches, der Gotik angemessenes Aussehen.

Rundgang

Beim Rundgang fallen besonders die fünf gotischen Ziboriumsaltäre auf, die sich als Besonderheit im Dom erhalten haben. Vor dem Hochchor geht der Blick nach vorne zum prunkvollen silbernen Hochaltar, der von Augsburger Künstlern stammt und im Laufe von knapp 100 Jahren zwischen 1695 und 1785 zusammengewachsen ist.

Hinter dem Hochaltar ist seit 1989 ein Chororgel eingebaut. Im November 2009 wurde zum ersten Mal in der Geschichte des Regensburger Doms ein große Orgel in Betrieb genommen. Diese hängt vor der Wand des Nordquerhauses. Hinter dem 1976 entstandenen Hauptaltar und vor dem silbernen Hochaltar steht die Cathedra (Lehrstuhl) des Bischofs. In ihr kommt den Besuchern die Stellung des Bischofs als Hirt und Lehrer der ganzen Diözese zum Bewußtsein. Das Bischofsamt ist Zeichen und Garant der Einheit im Bistum und der verbindlichen Glaubenslehre, die die Kirche durch die Jahrhunderte überliefert und in die jeweilige Zeit hinein ausgefaltet hat. 

 

Farbfenster und Steinfiguren

Die meisten der sehr wertvollen Farbfenster sind zwischen 1220/1230 und 1320/1370 entstanden. Die Fenster in der Westfassade sind erst vor 150 Jahren hinzugekommen. Aus jüngster Zeit (1967/1968) stammen die farbigen Glasfenster im linken Nebenchor. Sie stammen von Professor Josef Oberberger, der auch zum Abschluß der jüngsten Domrenovierung 1988 das Pfingstfenster im Westen des nördlichen Querschiffes schuf. Ebenfalls von ihm gefertgt wurden die neuen Obergadenfenster, die ganz im Sinne der Gotik nur gedämpftes Licht einlassen.

Unter den vielen Steinfiguren des Domes sind besonders die Verkündigungsmadonna und der "Lachende Engel" an den westlichen Vierungspfeilern (vom Erminold-Meister, entstanden um 1280) berühmt. Im Chorraum verdienen die Steinfigur des Schmerzensmannes und der gegenüber aufgestellten Maria Magdalena Beachtung. An den östlichen Vierungspfeilern befinden sich die Steinfiguren des hl. Petrus (links) und Paulus (rechts), entstanden um 1320 bzw. 1360/1370.

Gräber und eine neue Kapelle

Erwähnenswert ist auch die Steinkanzel im Mittelschiff (1482), auf der 1556/1557 der hl. Petrus Canisius gepredigt hat, auf die zwei Reiterstatuen beim Westportal (Martin und Georg), und im südlichen Seitenschiff auf die Gedenktafel für Domprediger Dr. Johann Maier, der kurz vor der Übergabe der Stadt an die Amerikaner am 24. April 1945 durch den Strang hingerichtet wurde, weil er sich für das Leben der Bürger dieser Stadt eingesetzt hatte.Im Dom haben auch bedeutende Bischöfe ihre letzte Ruhestätte gefunden. Es seien nur genannt: Johann Michael von Sailer (1829-1832), Denkmal und Grab im südlichen Nebenchor. Georg Michael Wittmann (1832-1833), Denkmal und Grab im nördlichen Nebenchor. Daneben ist das Grab von Erzbischof Dr. Michael Buchberger (1927-1961). Im rückwärtigen Teil des Mittelschiffes steht das große Bronzedenkmal für Fürstbischof Kardinal Philipp Wilhelm (gestorben 1598), Bruder des Herzogs Maximilian 1. von Bayern, der dieses Grabmal 1611 durch Hans Krumper, München, errichten ließ.

Mit der 2004 fertig gestellten Umgestaltung des Südchores des Regensburger Doms in eine Werktags- und Anbetungskapelle erhält der Regensburger Dom, Hauptwerk der französischen Gotik in Süddeutschland, einen zeitgenössischen Akzent. Die neue Kapelle schafft einen Raum, der künftig gerade für kleinere Gruppen die Möglichkeit bietet, im Dom Gottesdienst zu feiern.

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